Rostvorsorge

Da unter Defender-Fahrern die Rost-Phobie doch weit verbreitet ist, habe auch ich einige Wochenenden damit verbracht, den Rahmen und die Achsen von vorhandenem Rost zu befreien und so zu behandeln, daß neuer Rost keine Chance mehr hat (so die Hoffnung).

Zuerst habe ich den alten Schutzanstrich entfernt. Keine Ahnung was meine Vorgänger da drauf gekleistert haben aber es war eine ziemliche Plackerei das Zeug (Fettartige, teils weiche Konsistenz) vom Rahmen und den Achsen zu Kratzen. Insgesamt habe ich zwei Drahtbürsten dabei verschliessen denn der Anstrich war so zäh das er im Lauf der Zeit die komplette Bürste verklebt hat.

Danach gab es für die blanken und stark angerosteten Teile erst einmal einen Anstrich mit Fertan um den Rostbefall zu stoppen.

Der Dreieckslenker mit Rostbefall, vor der Behandlung mit Fertan

Sehr schön kann man die „Entwicklung“ am Dreieckslenker hinten sehen. Oben der Urzustand nach dem Abschleifen: Ordentlich Flugrost vorhanden 😉

Der Dreieckslenker nach der Behandlung mit Fertan

Das sieht doch schon besser aus. Was da genau passiert kann man auf der Fertan-Homepage nachlesen – ich zitiere:

FERTAN ist ein seit mehr als zwei Jahrzehnten bewährtes Produkt zur Beseitigung von Rost und Korrosion von Kohlenstoffstahl. Im Gegensatz zu anderen Produkten überdeckt es nicht die vorhandene Oxydschicht, sondern löst die Fe³ Schicht auf und komplexiert chemisch, in einem Arbeitsgang, eine neue Metallverbindung auf der vorher korrodierten Fläche. Dazu löst FERTAN die vorhandene Rostschicht ( Fe³ ) auf und zersetzt sie in ein reaktionsträges Pulver. Die darunterliegende, nicht korrosive, Fe² – Schicht wird mit der neuen Metallverbindung geschützt und das vorher korrodierte Metall kann innerhalb von 6 Monaten mit dem erforderlichen Endschutz versehen werden.

Da nun Fertan nicht ewig vor neuem Rost schützt muß über die behandelte Fläche noch etwas das auch den einen oder anderen Winter überdauert – schliesslich will ich nicht alle paar Wochen unter dem Auto liegen und Rost entfernen. Meine Wahl fiel auf Perma-Film. Was sich in der Schiffahrt bewährt hat kann an Land nur gut sein 🙂

Dreieckslenker nach der Behandlung mit Perma-Film

Perma-Film ist recht dickflüssig, lässt sich aber prima mit Terpentin verdünnen. Gerade bei etwas kühleren Temperaturen ist die Verarbeitung mit Verdünnung wesentlich einfacher. Ich habe das mit einem Pinsel aufgetragen, irgendwo habe ich aber gelesen das, eine starke Druckluftpistole vorausgesetzt, Perma-Film auch aufgesprüht werden kann.

Diese Behandlung habe ich natürlich nicht nur dem Dreieckslenker gegönnt, sondern allem was ich unter dem Defender finden konnte: Achsen, Rahmen und den Aufhängungen.

Perma-Film härtet nach dem Auftragen nicht komplett aus, wie zum Beispiel ein Lack, und bleibt etwas flexibel. Die Hafteigenschaften sind in Ordnung, an manchen Ecken muß man ab und zu nochmal mit dem Pinsel nachbessern. Außerdem soll auch eine gewisse Kriechfähigkeit gegeben sein so das auch Falze recht gut geschützt sein müssten.

Um auch die letzten Ecken vor Rostbefall zu schützen habe ich zu Leinöl gegriffen. Dieses uralte Mittel zur Rostverhütung ist ziemlich günstig zu bekommen (5l für 15 € über eBay) und einfach zu Verarbeiten. Ich nehme dazu eine Gartenspritze um das Leinöl großzügig auf dem Unterboden zu verteilen. Schöner Nebeneffekt: Alle Teile glänzen nachher mattschwarz und der Landy riecht schön „nussig“ nach der Behandlung. Aber Vorsicht bei der Verarbeitung: Leinöl neigt zur Selbstenzündung, speziell wenn mit Leinöl getränkte Lappen zusammengeknüllt im Mülleimer landen. Also immer gut auswaschen und an der frischen Luft auslüften lassen.

2 Antworten auf „Rostvorsorge“

  1. Hallo Autor des Fertan-Landyrostbekämpfungartikels.
    Ich habe Ihren Beitrag vor etwa einem Jahr (Kaufzeitpunnkt meiner Ambulanz-Serie 2a) vorsorglich mit großem Interesse gelesen. Nun fürchte ich, wird es auch für mich Zeit für Korrosions-Aktivitäten… Da interessiert mich vor allem eine Stellungnahme zur Langzeitstudie. Hat sich da System bewährt? Würde mich freuen, von Ihnen zu hören.

    Mit freundlichem Gruß,
    Axel Helmus

    ahelmus@gmx.de

  2. Moin,
    es wurde nach einer Langzeitstudie gefragt…

    nun, der Landy ist inzwischen in meinem Besitz.

    Der Unterboden sieht aus wie neu, sprich die Fertan Behandlung und die Rostvorsorge scheint gewirkt zu haben (DANKE Thomas ;-))

    bevor der Winter 2010 kam, habe ich natürlich auch keine Mühen und Kosten gescheut und mit einer Druckbecherpistole den kompletten Unterboden und Hohlräume mit Fluidfilm A behandelt.
    Weiter die Hohlräume nach ca. 2 Wochen „abtropfen“ mit Fluidfilm NAS und den kompletten Unterboden, Achsen usw. mit Permafilm behandelt.

    Grüsse
    Andy

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